Dorfheizung Unzhurst
Informationsveranstaltung Nahwärme für den Ortsteil Zell am 27.01.2025
Am 27.01.2025 fand in der Sport- und Festhalle in Unzhurst eine Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Nahwärmen für den Ortsteil Zell statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentierten die Mitwirkenden den aktuellen Stand der Dinge, Informationen zum geplanten Netz, Preiskalkulation und Fördermöglichkeiten. Die zugehörige Präsentation können Sie hier einsehen:
1.1 Versorgungskonzept
Das Versorgungskonzept der Dorfheizung Unzhurst
Die Dorfheizung Unzhurst versorgt die angeschlossenen Gebäude künftig zentral mit Wärme – klimafreundlich, effizient und ohne dass jedes Haus eine eigene Heizungsanlage benötigt. Herzstück der Anlage ist eine Heizzentrale hinter der Grundschule Nelkenstraße, in der die Wärme erzeugt und über ein Wärmenetz an die angeschlossenen Häuser verteilt wird. Wie das im Detail funktioniert, erklären wir hier.
Wärmequelle: Das Grundwasser
Die Grundlage der Wärmeversorgung bildet das Grundwasser. Über sogenannte Förderbrunnen wird Grundwasser aus dem Untergrund entnommen und der Heizzentrale zugeführt. Dort wird ihm die enthaltene Wärme entzogen. Anschließend wird das abgekühlte Wasser über Schluckbrunnen wieder in denselben Grundwasserleiter zurückgeführt – der natürliche Wasserkreislauf bleibt dabei vollständig erhalten, es wird kein Wasser verbraucht. Damit dieses Prinzip zuverlässig funktioniert, wurden im Februar bereits ein erstes Brunnenpaar realisiert; weitere Bohrungen laufen aktuell.
Wärmepumpe: Aus niedriger Temperatur wird nutzbare Heizwärme
Das geförderte Grundwasser hat ganzjährig eine recht konstante, aber für eine direkte Heizung zu niedrige Temperatur. Um daraus nutzbare Heizwärme zu machen, kommt eine Wärmepumpe zum Einsatz. Sie funktioniert nach demselben Prinzip wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt: Statt Wärme aus einem Innenraum nach außen abzuführen, entzieht die Wärmepumpe dem Grundwasser die Wärme und "pumpt" sie auf ein höheres, für die Heizung nutzbares Temperaturniveau. Als Kältemittel kommt Ammoniak (NH3) zum Einsatz – ein natürliches, klimafreundliches Kältemittel, das seit Jahrzehnten bewährt ist und im Gegensatz zu vielen synthetischen Kältemitteln keine schädliche Klimawirkung hat, wenn es freigesetzt wird.
Pufferspeicher: Wärme auf Vorrat
Damit die Wärmepumpe nicht ständig exakt im Takt des aktuellen Wärmebedarfs laufen muss, wird die erzeugte Wärme in einem großen Pufferspeicher mit rund 100 Kubikmetern Fassungsvermögen zwischengespeichert. Das funktioniert wie eine große, gut gedämmte Thermoskanne: Wird gerade mehr Wärme erzeugt als benötigt, wird der Speicher aufgeladen. Steigt der Bedarf – etwa an kalten Wintertagen oder wenn morgens viele Haushalte gleichzeitig heizen – kann auf die gespeicherte Wärme zurückgegriffen werden. Das erhöht die Effizienz der Anlage und sorgt für eine gleichmäßige, zuverlässige Wärmeversorgung.
Verteilung ins Dorf
Von der Heizzentrale aus wird die erzeugte Wärme über ein gut gedämmtes Rohrleitungsnetz zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert. Jedes Gebäude erhält einen zusätzlichen Wärmespeicher mit rund 1.000 l Fassungsvermögen.
Eigene Stromerzeugung: Photovoltaik und Lastverschiebung
Der Betrieb der Wärmepumpe benötigt Strom – rund 60 % davon werden durch eine eigene Photovoltaikanlage erzeugt. Damit dieser selbst erzeugte Solarstrom optimal genutzt werden kann, spielen Wärme- und Stromspeicher eine wichtige Rolle: Scheint die Sonne und liefert die PV-Anlage viel Strom, kann die Wärmepumpe verstärkt laufen und den Pufferspeicher zusätzlich aufladen. In sonnenarmen Zeiten wird stattdessen auf die gespeicherte Wärme zurückgegriffen, ohne dass die Wärmepumpe durchgehend Strom aus dem Netz beziehen muss. Ergänzend dazu ermöglichen Batteriespeicher, überschüssigen Solarstrom zwischenzuspeichern und zeitversetzt zu nutzen. Durch dieses Zusammenspiel von Erzeugung und Speicherung lassen sich die Stromlasten gezielt in Zeiten mit hohem Solarertrag verschieben – das senkt den Bedarf an zugekauftem Strom und macht die Wärmeversorgung insgesamt klimafreundlicher.
Ein System im Zusammenspiel.
Grundwasser, Wärmepumpe und Pufferspeicher greifen so ineinander, dass die Wärmeversorgung für Unzhurst effizient, umweltschonend und zukunftssicher gestaltet ist – ohne fossile Brennstoffe.
1.2 Bautagebuch
Aktuell laufen die Bohrarbeiten für die Schluck- und Förderbrunnen unserer Dorfheizung Unzhurst. Über diese Brunnen wird künftig Grundwasser gefördert, dessen Wärme für die Wärmeerzeugung genutzt wird – anschließend wird das Wasser wieder in den natürlichen Kreislauf eingeleitet.
Insgesamt sollen so rund 100 Kubikmeter Grundwasser pro Stunde nutzbar gemacht werden.
Bereits im Februar konnte ein erstes Brunnenpaar erfolgreich realisiert werden. Mit den aktuellen Bohrungen wird die Wasserversorgung für die geplante Wärmepumpe der Heizzentrale weiter ausgebaut.
1.3 Förderung
Das Nahwärmeprojekt in Unzhurst wurde vom Wirtschaftsministerium als Modellprojekt ausgewählt. Das Projekt gilt als Vorreiterprojekt im Bereich Wärmeversorgung, da die Wärme zu 100 % durch Grundwasserwärmepumpen erzeugt wird, welche zu 60 % durch eigenen PV-Strom versorgt werden können.
Des Weiteren sind zahlreiche Speicheroptionen zentrale und dezentrale Speichermöglichkeiten im Netz vorgesehen. Eine intelligente Netzsteuerung soll unter Berücksichtigung von Wetterprognosen, Eigenstromerzeugung, Sptrompreientwicklung und der Nutzung der Energiespeicher die optimale Wärmeerzeugung garantieren.
1.4 Ausbaugebiet/Bauzeitenplan
Innerhalb der nächsten Jahre wird das Netz der Unzhurster Dorfheizung Stück für Stück weiterwachsen. Begonnen wird 2026 mit dem Bau der Heizzentrale und er Versorgung der kommunalen Gebäude Kindergarten St. Christophorus, Grundschule und Mehrzweckhalle.
Anschließend werden die Straßenzüge in insgesamt fünf Bauabschnitten ausgebaut:
Bauabschnitt 1 – Gelb / Nelkenstraße, Rosenstraße, Veilchenstraße
Bauabschnitt 2 – Rot / Hornisgrindestraße, Tulpenstraße, Lilienweg, Im Bügen, Rosenstraße, Fliederstraße
Bauabschnitt 3 – Grün / Acherner Straße, Abzweig Zeller Straße
Bauabschnitt 4 - Rosa / Engertweg, Kapellenstraße, Löwengasse
Bauabschnitt 5 – Blau / Zeller Straße, Altbachweg, Wiesenweg
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1.5 Preisübersicht
Welche einmaligen und laufenden Kosten kommen für mich als Hauseigentümer zu?
Preisblatt – Nahwärme Unzhurst
| Anschlusskosten (10m außerhalb Gebäude / 5m innerhalb Gebäude) | ||
|---|---|---|
| Für den Anschluss an das Nahwärmenetz | ||
| Private Abnehmer Einfamilienhaus | bis 15 KW | 9.800€ |
| Größere private Abnehmer | 15 – 50 KW | 13.000 € |
| > 50 KW | 108€ /KW | |
| Mehr- und Minderlänge außerhalb Gebäude | 350€/m | |
| Mehr- und Minderlänge innerhalb Gebäude | 180€/m | |
| Rabatt Eigenleistung Tiefbau | 80€/m | |
| Rabatt auf Anschlusskosten, wenn Heizung jünger als 15 Jahre | 2.000 € | |
| Rabatt auf Anschlusskosten, wenn Heizung jünger als 20 Jahre | 1.000 € | |
| Grundpreis jährlich | ||
| Für die angeschlossene bzw. vertraglich bereitzustellende Wärmeleistung | ||
| private Abnehmer EFH | 15 KW | 950€/a |
| Größere private Abnehmer | >15 KW | 40€/KW zusätzlich |
| Arbeitspreis | ||
| Für die verbrauchte Wärmemenge | ||
| Arbeitspreis pro kWh | ||
| Rücklauftemperatur > 40 Grad | 11,5 Ct/kWh | |
| Rücklauftemperatur < 40 Grad | 10,5 Ct/kWh | |
Alle Preise inkl. MwSt
Preisbindung bis 2030!
1.6 Informationen für Hauseigentümer (Formulare)
Liegt auch Ihr Gebäude im Gebiet der Dorfheizung Unzhurst?
Dann haben Sie von der Gemeinde bereits alle Unterlagen für einen möglichen Nahwärmeanschluss erhalten.
Falls nicht, erhalten Sie hier kompakt alle Informationen zu dem geplanten Nahwärmenetz, der Wärmeerzeugung sowie zu den Anschlusskosten und Wärmegebühren:
FAQ
Sie haben noch ein paar Fragen? Einige haben wir vielleicht schon in unseren „Frequently Asked Questions“ (FAQs) beantwortet:
FAQS
Interessensbekundung
Sie haben Interesse an einem Anschluss an der Dorfheizung Unzhurst? Dann lassen Sie uns das gerne wissen:
Interessensbekundung
Die Interessensbekundung kann gerne postalisch oder per bei der Gemeinde eingereicht werden. Bei der Interessensbekundung handelt es sich noch nicht um einen bindenden Vertrag mit der Gemeinde.
Hausanschluss- und Liefervertrag
Den Hausanschluss- und Liefervertrag für die Wärmeversorgung können Sie hier abrufen:
Hausanschluss und Liefervertrag
Technische Anschlussbedienungen
Entwurf Nahwärmeversorgungs- und Wärmegebührensatzung
Durch die öffentlich-rechtliche Gestaltung der Preise herrscht völlige Kostentransparenz. Es werden nur Kosten zugrunde gelegt, welche ausschließlich der Nahwärmeversorgung im Gebiet zugeordnet werden können.
Entwurf der Nahwärmeversorgung
Entwurf der Wärmegebührensatzung
1.7 Beratung
Im Rahmen der geplanten Nahwärmeversorgung können Sie einen kostenlosen Beratungstermin vereinbaren. Es können individuelle offene Fragen zum Wärmebedarf, Nahwärmeanschluss, Ablauf, etc. geklärt werden. Zusätzlich kann der Energieberater bei einer Sanierungsberatung zu klassischen Themen wie Gebäudesanierung, altersgerechtes Bauen, Photovoltaiknutzung, Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten beraten.
(07223) 9860-33
Jessica.Hodapp@ottersweier.de
